
Der 12. Mai 2026 war ein langer Tag für viele Ehren- und Hauptamtliche im DBfK Nordost. Aber es ist ja auch nur einmal im Jahr „Nurses Day“. Und die Vielfalt der Themen einer Profession im Aufbruch erfordert ganz unterschiedliche Formate.
Während der erste Exzellenzkongress für Pflege- und Gesundheitsversorgung noch lief (wo der DBfK Nordost mit einem Stand vertreten war), versammelten sich ab dem Mittag mehr als 1.000 Menschen zum „Walk of Care“, deutlich mehr als im vergangenen Jahr. Vom Invalidenpark zog die Demonstration an der Charité und dem Bundesgesundheitsministerium vorbei zum Brandenburger Tor.

Neben der Größe war die Zahl der Redebeiträge von Auszubildenden, Studierenden und Pflegenden in Anerkennung in diesem Jahr bemerkenswert. Mehrere Pflegeschulen hatten zudem ganze Kurse berufspolitisch aktiviert. Und auch andere Gesundheitsberufe wie Hebammen waren beteiligt. Für die Junge Pflege im DBfK Nordost hatten Lorenz Hohenhaus und Josephine Postzich die Unterstützung koordiniert.
Die Planungen für 2027 sind schon gestartet und neue Gesichter auch in der Vorbereitung herzlich willkommen!
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Am späteren Nachmittag hatte der DBfK Nordost ins Haus der Gesundheitsberufe zum Vortrag und Gespräch über „Kompetenz für Qualität“ geladen. Vorstandsmitglied Katja Boguth (Alice Salomon Hochschule Berlin) stellte den Expertenstandard des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege vor, insbesondere die Empfehlungen zur pflegerischen Ersteinschätzung.
Unter dem Titel Breaking the Silence
problematisierte anschließend Manuela Müller (Paul Hartmann AG) die
Tabuisierung von Inkontinenz. Millionen Menschen sind betroffen, aber
die Mehrheit spricht mit kaum jemandem darüber. Müllers Fokus lag auf
praxistauglichen Lösungen, auch jenseits der bekannten
Inkontinenzprodukte, von der Beschilderung in Einkaufscentern bis hin zu
Klettverschlüssen für die Hose.
In der anschließenden Podiumsdiskussion betonte Boguth, dass oft erst durch die genaue Beobachtung von Pflegefachpersonen ans Licht komme, was überhaupt ein Problem ist. Umso wichtiger sei es, dass diese auch selbst entscheiden dürften, welche Maßnahmen oder Hilfsmittel zum Einsatz kommen. Dabei sei es unerlässlich, dass die pflegerischen Befugnisse auch Erst- und nicht nur Folgeverordnungen umfassen, ergänzte Daniela Piossek (Paul Hartmann AG).
Wenig überraschend stellte sich bald die Systemfrage, denn die Sozialgesetzbücher bieten keine passende Struktur für Beratung und Prävention. Am Ende ginge es stets um die Vergütung und dabei werde die Pflege bislang nur angehört, nicht beteiligt, so Alexandra Baronsky (Referentin für Pflege- und Altenpolitik bei der Fraktion von Bündnis 90/ Die Grünen im Deutschen Bundestag). Nun gelte es, den Deutschen Pflegerat als maßgebliche Dachorganisation der Pflegeberufsverbände zu unterstützen – zum Beispiel durch eine Mitgliedschaft im DBfK.
Anschließend klang der Internationale Tag der beruflich Pflegenden bei einem levantinischen Buffet und vielen guten Gesprächen aus. Wenn sich die DBfK-Reihe zum „Nurses Day“ in Berlin weiter so gut entwickelt, braucht es in den kommenden Jahren allerdings einen größeren Veranstaltungsort.
Die Veranstaltung wurde von der Paul Hartmann AG unterstützt, vielen Dank!
